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Festlicher Auftakt in ein neues Zeitalter



Einen von Optimismus geprägten Fusionsgottesdienst erlebte die am

1.Januar 2024 neu entstandene „Evangelische Kirchengemeinde Straubenhardt-Mitte“ am vergangenen Sonntag in der Martinskirche Conweiler. „Wie die Faust aufs Auge“ – so Vikar Alexander Gripentrog - passte der Zustrom an Besuchern zum Wochenspruch aus Lukas 13,27: „Und es werden kommen von Osten und vom Westen, vom Norden und vom Süden, die zu Tische sitzen werden im Reich Gottes.“ Schon beim Blick durch die Kirchentür war klar: Die nahezu durchgängig belegten Bänke zeugten von einem großen Interesse. Erfreulich viele Gäste wollten das denkwürdige Ereignis begleiten.

 

Mit einem jubilierenden „Halleluja“ setzten Bläser von der Empore herab den ersten festlichen Akzent. Ein Projektchor mit etwa 30 Sängerinnen und Sängern samt Instrumentalbegleitung bewiesen unter der Leitung von Martin Wessinger, wie schnell man sich finden und gemeinsam etwas auf die Beine stellen kann. Mit Titeln wie „Gemeinsam auf dem Weg“ und dem beeindruckenden „Celebrate“ sorgten sie für hoffnungsvolle und fröhliche Töne. Beim Anspiel „Ungefragt – nachgehakt“ teilten Michaela Härter und Heiko Borniger auf nachdenkenswerte Weise ihre Überlegungen zur Fusion mit den Gottesdienstbesuchern. Nicht blind in die Zukunft reisen! Nichts als selbstverständlich betrachten! Sondern alle mit ins Boot nehmen, damit keiner verloren geht – so lautete ihr Resümee, welches in der Jahreslosung gipfelte: Alles was ihr tut geschehe in Liebe!

 

Eine Predigt gab es nicht. Sondern drei Predigtimpulse. „Straubenhardt-Mitte besteht aus drei Ortsteilen und drei Kirchen, daher gibt es jetzt auch drei Bibelworte“, so Pfarrer Matthias Gerlach. Für die Stephanskirche in Feldrennach hatte er sich den Text „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Johannes 14,6) vorgenommen. Anschaulich verwies er darauf, dass eine langatmige Wegbeschreibung (erst links, dann dritte Straße rechts, dann nächste Straße links…) weniger gut zum Ziel führt als jemand, der einem bei der Suche begleitet und den Weg weist. Und dass Jesus nicht nur den Weg zeigt, sondern selbst der Weg ist. Pfarrer David Gerlach schloss sich für die Martinskirche in Conweiler mit persönlichen Erfahrungen zu folgenden Worten Jesu an: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun“ (Johannes 15,5). Auch das erste Wunder Jesu – die Verwandlung von Wasser in Wein – sei ein Bild für Lebensfreude und

Dynamik. Für die Auferstehungskirche „uff d’r Pfinz“ ergriff Vikar Alexander Gripentrog das Wort. Die mit 58 Jahren jüngste Kirche habe ihn mit ihrem bunten Glasfenster beindruckt, welches die Auferstehungsszene darstellt. Passenderweise in Richtung Süd-Ost und somit nach Israel weisend. Mit den Worten aus Johannes 11, 25 „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe“ umriss er die Auferweckung des Lazarus.

 

Das Stehpult im Gemeindehaus war anschließend etwa eine Stunde lang fest in der Hand zahlreicher Grußredner. Bürgermeister Helge Viehweg hatte den Gottesdienst aufmerksam verfolgt und bereits die neue Homepage studiert und fand dafür die Worte „schwungvoll!“, „Mut machend!“ und „da muss Ihnen nicht bange sein!“ Schuldekan Torsten Trautwein, der kurzfristig Dekan Joachim Botzenhardt vertrat, sagte: „Es gibt viele Gaben, die hier zusammenkommen.“ Nicht länger „immer mehr und immer schöner“ sei angesagt, sondern aus den Gegebenheiten etwas Gutes zu machen. Auch Trauer dürfe ein Teil dieses Prozesses sein. Aber ebenso der Wille zur Gestaltung. Für die katholische Kirchengemeinde bot Heinrich Kolbe unter Schmunzeln Rat und Tat an, wie man eine auf mehrere Dörfer verteilte Kirchengemeinde händeln könne. Pfarrer Oliver Elsässer aus Langenalb grüßte die neue „Geschwistergemeinde“ und entführte kurz ins Mittelalter. Dort sei auf Landkarten die eigene Stadt oft als von Feinden umgeben dargestellt worden. Und hinter Bergen hausten auch noch Drachen. Humorig schilderte er seine Hoffnung, dass Langenalb weder als Feindes- und schon gar nicht als Drachenland betrachtet werden würde. Stattdessen solle man sich als Christen begegnen und sagen: „Donnerwetter! Ich habe die Kinder Gottes gesehen!“ Teils mit persönlichen Erinnerungen gespickt, teils mit Erläuterungen zu ihren Aufgabengebieten folgten die weiteren Grußworte von Horst Reiser (aus Feldrennach) und Martin Wessinger (aus Conweiler), von Achim Scheffler (aus Pfinzweiler), von Sheela Herb und Julian Beyer (als Repräsentanten der Jugendarbeit) sowie von Pfarrer in Ruhe Hans Scholz (vom Versöhnungsdienst „s‘Lamm“, Feldrennach), bevor sich der gesellige Teil mit einem Imbiss anschloss.

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